Ein Projekt beginnt. Die Ziele sind klar, die Aufgaben verteilt – per E-Mail.
Was folgt, ist ein Fluss aus Nachrichten, Rückfragen, Kommentaren, CCs und Anhängen. Neue Anforderungen? Kommen in einer separaten Mail. Der Status? Unklar. Und irgendwann stellt sich die große Frage: Wer macht eigentlich was – und bis wann?
Was gut gemeint ist, endet oft im Durcheinander. Denn obwohl E-Mail nach wie vor zu den meistgenutzten Kommunikationsmitteln gehört, ist sie kein Projektmanagement-Tool. Sie bietet weder Struktur noch Überblick – vor allem nicht bei mehreren Beteiligten oder parallel laufenden Aufgaben.
Das Problem:
Wichtige Informationen gehen unter, Aufgaben verschwinden im Posteingang, Zuständigkeiten sind diffus.
Die Lösung:
Professionelle Tools wie Microsoft Planner, Jira oder Slack, die Aufgaben sichtbar machen, Kommunikation bündeln und Fortschritt nachvollziehbar machen.
In diesem Artikel zeigen wir,
- warum E-Mails als Aufgabenmanagement-Tool an ihre Grenzen stoßen,
- welche Alternativen es gibt,
- und wie Sie Schritt für Schritt zu einer besseren, übersichtlicheren Projektorganisation finden.
Warum E-Mail für Aufgabenmanagement ungeeignet ist
E-Mails sind schnell, vertraut und universell einsetzbar – genau das macht sie auf den ersten Blick so attraktiv für die Aufgabenverteilung im Team. Doch sobald es mehr als eine Aufgabe, mehr als eine Person und mehr als ein Arbeitsschritt gibt, wird’s problematisch. Denn E-Mail ist nicht dafür gemacht, Arbeitsprozesse strukturiert abzubilden.
E-Mail ist Kommunikation – keine Projektstruktur
Das Grundproblem: E-Mails sind linear, nicht dynamisch. Sie erfassen, was gesagt wurde – nicht, was zu tun ist.
Es gibt keine Möglichkeit, Aufgaben zu priorisieren, Status zu verfolgen oder Verantwortlichkeiten dauerhaft sichtbar zu machen.
Typische Symptome:
- Eine Aufgabe wird in einer Mail erwähnt – aber nie offiziell zugewiesen.
- Rückfragen landen in neuen Mails mit neuem Betreff.
- Absprachen verlieren sich in CC-Verläufen.
- Fristen werden „vergessen“, weil sie nie terminiert wurden.
Sucherei statt Struktur
Wer kennt’s nicht: „Das hatte ich doch irgendwo gelesen…“
In langen E-Mail-Verläufen relevante Infos zu finden, kostet Zeit – und Nerven. Es fehlt an zentraler Übersicht, an Aufgabenlisten, an Verbindlichkeit.
Besonders kritisch wird es, wenn:
- mehrere Personen parallel dieselbe Mail kommentieren
- wichtige Informationen in Anhängen „versteckt“ sind
- niemand erkennt, ob eine Aufgabe noch offen ist – oder längst erledigt
Keine Nachverfolgbarkeit, keine Transparenz
Projektarbeit lebt von Klarheit. E-Mail kann das nicht leisten. Es fehlt:
- einheitliche Statusanzeige (z. B. „in Bearbeitung“, „wartet auf Freigabe“, „erledigt“)
- ein zentraler Aufgabenverlauf
- eine automatische Benachrichtigung, wenn sich etwas ändert
Stattdessen: manuelle Nachfragen, Missverständnisse und oft unnötiger Druck.
Fachlich erklärt: Push vs. Pull
In der Projektorganisation unterscheidet man zwischen Push- und Pull-Kommunikation:
- Push: Informationen werden „verschickt“, ob sie gebraucht werden oder nicht – wie bei E-Mails.
- Pull: Informationen stehen zentral bereit, können bei Bedarf abgerufen werden – wie bei Projekttools.
Moderne Teams arbeiten zunehmend „pull-basiert“ – also transparent, nachvollziehbar und asynchron.
Box: Warnsignale für E-Mail-Überlastung im Projektalltag
- Aufgaben werden mündlich oder „zwischen den Zeilen“ vergeben
- Wichtige Infos stehen in Mails, aber in keinem Tool
- Es gibt mehrere Versionen derselben Datei in verschiedenen Threads
- Der Projektstatus ist nur der Führungskraft bekannt – nicht dem Team
- Fristen werden nur zufällig eingehalten
Was ein gutes Aufgabenmanagement-Tool können muss
Ein professionelles Aufgabenmanagement-Tool ersetzt nicht einfach die E-Mail – es denkt Prozesse neu.
Statt Informationen zu verschicken, stellt es sie zentral zur Verfügung. Statt alles im Kopf oder im Posteingang zu organisieren, schafft es sichtbare Struktur für alle Beteiligten.
Doch was genau zeichnet ein gutes Tool aus?
Klare Zuständigkeiten – ohne CC und Missverständnisse
Wer ist verantwortlich? Wer unterstützt? Wer gibt Feedback?
Gute Tools bieten eine eindeutige Zuweisung von Aufgaben – inklusive Deadlines, Kommentaren und Statusanzeige. Keine Raum für Interpretationen, kein „Ich dachte, das macht jemand anderes.“
Feste Fristen & automatische Erinnerung
Ohne Fristen keine Planung. Tools wie Microsoft Planner oder Jira ermöglichen das Setzen von Fälligkeitsdaten – und erinnern aktiv daran, bevor etwas untergeht.
Bonus: Manche Tools visualisieren den Fortschritt in Diagrammen oder Zeitachsen. Das schafft Überblick – und Motivation.
Fortschrittsanzeige & Statusverfolgung
Ist die Aufgabe in Bearbeitung, wartet sie auf Feedback oder ist sie erledigt?
Projekttools bieten Statusanzeigen, Bearbeitungsstände, Checklisten oder sogar automatisierte Workflows. So sehen alle auf einen Blick: Wo stehen wir – und was blockiert?
Kommunikation im Kontext
E-Mails vermischen oft mehrere Themen. Projekttools ermöglichen kommentarbasiertes Arbeiten direkt an der Aufgabe – ohne dass sich die Kommunikation auf zig Mails verteilt.
So bleibt alles an Ort und Stelle: Entscheidungen, Rückfragen, Änderungen.
Integration & Übersicht
Das ideale Tool passt sich in Ihre bestehende Umgebung ein:
- Verbindung zu Outlook, Teams, Slack, Kalendern
- Benachrichtigungen bei Änderungen
- Verlinkungen zu Dateien, Notizen, Protokollen
- Synchronisierung mit mobilen Geräten
- Je besser integriert, desto reibungsloser der Arbeitsfluss.
Die 6 wichtigsten Funktionen im Überblick

Tool-Übersicht – welche Lösung passt zu Ihrem Arbeitsstil?
Jedes Team arbeitet anders. Manche bevorzugen eine einfache Aufgabenliste mit klarer Zuweisung, andere brauchen flexible Boards, agile Workflows oder integrierte Kommunikation.
Das richtige Tool hängt von der Teamgröße, der Arbeitsweise und der Komplexität Ihrer Projekte ab.
Hier stellen wir vier bewährte Lösungen vor – inklusive Tipps, für wen sie besonders geeignet sind:
Microsoft Planner – die einfache Lösung für Microsoft-Teams
Planner ist die integrierte Aufgabenverwaltung innerhalb der Microsoft 365-Welt. Über Boards, Buckets und Karten lassen sich Aufgaben visuell strukturieren, zuteilen und terminieren – ganz ähnlich wie in einem Kanban-System.
Vorteile:
- Intuitiv, visuell, direkt in Microsoft Teams oder Outlook integrierbar
- Ideal für kleinere bis mittelgroße Teams, Projektgruppen, Marketing, HR etc.
- Kommentarfunktion, Fälligkeit, Checklisten & Dateianhänge möglich
Für wen geeignet:
Teams, die ohnehin mit Microsoft 365 arbeiten und eine einfache, übersichtliche Aufgabenverwaltung suchen
Jira – das Power-Tool für agile Projekte
Jira ist ein umfassendes Projektmanagement-Tool mit Fokus auf agiles Arbeiten, Sprints, Epics und Workflows. Ursprünglich für Softwareentwicklung gedacht, wird es heute auch in anderen Bereichen eingesetzt.
Vorteile:
- Hohe Anpassbarkeit und mächtige Status- und Filterfunktionen
- Agile Methoden wie Scrum und Kanban sind direkt integriert
- Ideal für crossfunktionale, technisch orientierte Teams mit komplexen Projekten
Für wen geeignet:
Teams mit Projektleitungsbedarf, Entwicklung, IT, komplexeren Freigabeprozessen
Microsoft Outlook – mehr als nur E-Mail
Outlook kann mehr als gedacht: Aufgaben, Termine, Erinnerungen, Kategorien – clever genutzt wird Outlook zur persönlichen Schaltzentrale.
In Kombination mit Tools wie Planner oder To Do wird Outlook zur Brücke zwischen E-Mail-Kommunikation und Aufgabenmanagement.
Vorteile:
- Aufgabenlisten mit Priorität & Terminen
- E-Mails in Aufgaben umwandelbar
- Perfekt zur persönlichen Organisation, in Kombination mit Teamtools
Für wen geeignet:
Einzelpersonen oder kleine Teams, die ihren Arbeitsalltag strukturierter gestalten wollen, ohne Toolwechsel
Slack – Kommunikation mit Struktur
Slack ist kein Aufgabenmanagement-Tool im klassischen Sinne – aber ein exzellenter Kommunikations-Hub mit Aufgabenbezug. Durch Channels, Threads, Erwähnungen und Integrationen (z. B. mit Planner, Jira, Asana) behalten Teams den Überblick, ohne Mails zu schreiben.
Vorteile:
- Schnelle, strukturierte Kommunikation im Team
- Integration von Projekttools möglich
- Erinnerungen, Reaktionen, Channel-Logik
Für wen geeignet:
Hybride oder remote arbeitende Teams, die viel miteinander abstimmen müssen – und E-Mail-Pingpong vermeiden wollen
Welches Tool passt zu mir?

So gelingt der Umstieg – Tipps für die Praxis
Die Umstellung von E-Mail-basiertem Aufgabenchaos hin zu strukturiertem Projektmanagement muss kein Mammutprojekt sein. Im Gegenteil: Schon kleine Schritte machen im Alltag einen großen Unterschied – wenn sie konsequent umgesetzt werden.
Hier sind die wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche, stressfreie Einführung.
1. Starten Sie nicht mit dem Umbruch, sondern mit Ergänzung
Es muss nicht gleich alles auf den Kopf gestellt werden. Führen Sie das neue Tool zunächst ergänzend ein – zum Beispiel für ein einziges Projekt, ein kleines Team oder einen bestimmten Aufgabenbereich.
Tipp: Wählen Sie einen Testfall, der überschaubar ist, aber repräsentativ für Ihre Arbeitsweise.
2. Tool-Schulungen statt Trial & Error
Viele Tools wirken auf den ersten Blick intuitiv – doch ihr volles Potenzial entfaltet sich nur, wenn man weiß, wie man sie richtig nutzt.
Eine einstündige Schulung spart später stundenlange Frustration.
Tipp: Investieren Sie in praxisnahe, kompakte Weiterbildungen für Microsoft Planner, Jira oder Outlook-Zeitmanagement.
3. Klare Spielregeln für alle Beteiligten
Was wird wo dokumentiert? Was bleibt in der Mail, was kommt ins Tool? Wer ist wofür zuständig?
Je klarer die Regeln, desto schneller gewöhnt sich das Team an die neue Struktur.
Beispiel:
- Aufgaben kommen ab sofort nur ins Tool
- Mails dienen nur noch der externen Kommunikation
- Rückfragen landen im Kommentarbereich der Aufgabe
4. Aufgaben nicht doppelt führen – das Tool wird zur Quelle der Wahrheit
Ein häufiger Fehler: Aufgaben werden parallel im Tool und im Mailpostfach „verwaltet“.
Das führt schnell zu Verwirrung. Definieren Sie stattdessen eine zentrale Stelle, an der alle Aufgaben dokumentiert und gepflegt werden.
Tipp: Machen Sie das Tool zur führenden Instanz – die E-Mail dient nur noch der Information, nicht der Steuerung.
5. E-Mails smart verknüpfen – nicht abschaffen
Natürlich bleiben E-Mails im Arbeitsalltag wichtig – z. B. für externe Kontakte, Kunden oder Ankündigungen. Aber sie lassen sich clever in Tools einbinden:
- Aufgaben aus E-Mails erstellen (z. B. über Outlook > Planner)
- Slack-Nachrichten in Aufgaben umwandeln
- Automatisierung mit Power Automate (z. B. „Wenn E-Mail mit Betreff XY → erstelle Aufgabe in Planner“)

Fazit: Struktur schlägt Sucherei – jetzt ist der richtige Moment für Veränderung
E-Mails sind und bleiben ein wertvolles Kommunikationsmittel. Doch wenn es um Aufgabenorganisation, Projektübersicht und Zusammenarbeit geht, stoßen sie schnell an ihre Grenzen.
Verantwortlichkeiten verschwimmen, Fristen werden übersehen, und wichtige Informationen landen irgendwo zwischen Betreffzeilen und Anhängen.
Moderne Projektarbeit braucht mehr: klare Zuständigkeiten, sichtbare Fortschritte, einfache Zusammenarbeit – und Tools, die genau dafür gemacht sind.
Ob mit Microsoft Planner, Jira, Outlook oder Slack: Der Wechsel zu einem strukturierten System ist einfacher, als viele denken. Und er lohnt sich – für mehr Transparenz, weniger Stress und bessere Ergebnisse im Team.
Projektorganisation neu denken – mit den richtigen Tools
Kommunizieren und arbeiten Sie effektiver mit Slack – für mehr Fokus im digitalen Teamalltag. | Lernen Sie, wie Sie Outlook gezielt für Terminplanung, Aufgaben und Übersicht nutzen. |
Erfahren Sie, wie Sie Jira gezielt im Projektmanagement einsetzen – praxisnah und effizient. | Nutzen Sie Planner für die einfache, übersichtliche Koordination von Aufgaben im Team. |







